Videoportale und die Filmqualität.

Videoportale und die Filmqualität.

Über die Inhalte mag man häufig streiten und nicht alles, was da gefilmt oder fotografiert vorliegt, hätte unbedingt einer breiten Öffentlichkeit präsentiert werden müssen. Aber den Möglichkeiten, die eigene Kreativität nach außen zu tragen, bietet das Web 2.0 eine Unzahl an Möglichkeiten. Und das ist ja auch gut so und gewollt. Nicht gewollt sind dagegen die qualitativen Grenzen, die dem ambitionierten Hobby-Exhibitionisten gesteckt werden. Jeder, der selber mal einen Film zusammengebastelt hat, kennt das Problem: was zu Hause nach dem Komprimieren noch ganz prima aussah, ist nach dem Hochladen nur in mässiger Qualität und unscharf anzuschauen und das Preview-Bild sieht in den meisten Fällen so aus, als wäre etwas nasses glitschiges auf den Boden gefallen. ;-)


Das Extrem ist wahrscheinlich youtube. Die Bildqualität ist wirklich miserabel und das GUI eines der schlechteren, wenn man sich die Videoportale mal im Vergleich anschaut. Stellt sich die Frage, warum ausgerechnet youtube so erfolgreich ist, dass man nicht darum herum kommt, seinen Video-Content dort zu posten, wenn man eine breite Öffentlichkeit erreichen möchte. Selbst Apple entschied sich, die Settop-Box “Apple TV” ausgerechnet an youtube anzubinden. Wer sich mal an einem verregneten Nachmittag die myvideo-Show auf ProSieben angetan hat oder irgendeine TV-Sendung die mit “Die dümmsten …” beginnt weiß, dass Filme aus dem Internet auf einem Breitbildfernseher betrachtet keinen Spass machen.

Nach langem Widerstand seitens youtube, Videos auch in hoher Qualität anzubieten, will man diesen Schritt nun doch gehen. Ich begrüsse das sehr, weil man damit anderen Anbietern als einer der Branchen-Leader von Streaming-Inhalten ein Signal gibt. Und weil erst dann ein Konzept wie Apple TV wirklich Sinn macht.

Was nur wenige wissen ist, dass bereits jetzt eine Vielzahl an Filmen in höherer Qualität bei youtube zur Verfügung steht. Dazu muss man die URL des Videos lediglich um einige Zeichen ergänzen: mit &fmt=6 am Ende der Adresse erzwingt man eine hochauflösende Ausgabe des Videos, das allerdings nur geladen wird, wenn es bereits hochauflösend vorhanden ist. Gibt man &fmt=18 am Ende der URL ein wird das Video, wenn vorhanden, in hoher Auflösung abgespielt, alternativ wird es in der o. g. Qualität wiedergegeben. Zum Vergleich:

http://www.youtube.com/watch?v=yuf0cLogoIM

http://www.youtube.com/watch?v=yuf0cLogoIM&fmt=6

*Fussnote: Das Thema hat mich ein wenig beschäftigt, nachdem einige Freunde kritisierten, dass eine schöne Designidee wie die touchbox in so mieser Videoqualität präsentiert wird. Die Filme liegen natürlich auch in hoher Qualität im Quicktime-Format vor, aber für alle, die entweder Quicktime nicht installiert haben oder einfach nicht auf über 20MB Film warten möchten, habe ich nun die (qualitativ viel bessere) myvideo-Version eingebunden.