Stift?

Stift?

Fast angewidert warf unser aller Lieblings-CEO die Frage in den gut gefüllten Raum – “Wer will schon einen Stift?” Und warf damit eine von Apples herorragenden Errungenschaften früherer Zeiten in den Orkus. Brandender Applaus bestätigte Steve Job in seiner Ansicht, der moderne Mensch wolle so etwas nicht. Niemand braucht das, keiner! Wir wollen eine Tastatur! Wozu haben wir lange, schlanke und Kugelschreiberminen gleichende Finger? ;-)

Nun, ganz so einfach scheint nun doch nicht zu sein. Und das ist nicht meine singläre Meinung. Die eines ehemaligen Palm-Nutzers, der mit Stift und Graffiti zehnmal schneller Texte und URLs eingeben kann, als mit einer Mini-Tastatur, die wahrlich nicht für Männerhände gemacht ist. Die Worterkennung ist da auch nur begrenzt eine Hilfe, teilweise macht Sie mir – wie z. B. bei der Eingabe scheinbar sinnloser Begriffe wie E-Mail oder Web-Adressen – das Leben unnötig schwer. Und wer schon mal versucht hat, mit iPod oder iPhone das 26-stellige 128-Bit Kennwort aus Zahlen und (großen wie kleinen) Buchstaben zum Verbinden mit einem drahtlosen Netzwerk einzugeben, der weiß, wie man leiden kann …

Ein chinesischer Entwickler scheint diese Ansicht mit mir zu teilen, und stellt Besitzern eines “jailgebreakten” (sagt man so?) iPhones die Software HWPen 1.0 in einer Beta-Version zur Verfügung.

HWPen

Wermutstropfen im Moment: die Software ist für die Erkennung chinesischer Schriftzeichen konzipiert. Sie erkennt arabische Zahlen und lateinische Zeichen zwar hinreichend gut, allerdings nur, wenn man das iPhone senkrecht hält und nicht gerade Mail.app benutzen will.

Die Installation ist auf einem geknackten iPhone denkbar einfach:

  • Unter Sources fügt man die Adresse http://iphonecake.com/src/new und damit die neue Kategorie iPhoneCake packages hinzufügen.
  • HWPen suchen.
  • Fertig.

Ob die App auf auf einem iPod touch läuft, kann ich nicht sagen – wahrscheinlich bin ich der Letzte, dessen touch noch nicht geknackt ist. Ich bin gespannt, wie schnell der chinesische Entwickler eine finale Version zur Verfügung stellen kann, denn das wäre für mich wirklich mal ein Argument, den Hack auszuführen. :-)

Alle Informationen zu HWPen inklusive einer filmischen Demonstration gibt’s hier (englisch).