Performance-Probleme – Tipps für 10.5

Performance-Probleme – Tipps für 10.5

Leopard ist wahrscheinlich das bisher beste und sicherste Mac OS, das Apple ausgeliefert hat. Aber auch das beste System ist nicht perfekt. Mich ärgert immer am meisten, wenn der vorgeblich so schnelle Rechner für eine eigentlich einfache Aufgabe unglaublich lange braucht und ich minutenlang auf einen rotierenden bunten Ball starren muss. Wie kommt es zu diesen Performance-Problemen und was kann ich dagegen tun?

Wenn das System im Laufe der Zeit spürbar langsamer wird, und auch die Aktualisierung des Systems mit einem Combo-Update keine Besserung bringt, sollte man sich einmal auf dem Desktop umschauen. Liegen dort viele einzelne Dateien, beeinträchtigt das die Arbeitsgeschwindigkeit erheblich, da das Mac OS jedes Dokumentensymbol als eigenes Fenster behandelt, dessen Inhalt individuell errechnet werden muss. Diese Berechnungen halten den Prozessor ordentlich auf Trab, so dass für andere Prozesse natürlich nicht die volle Leistung zur Verfügung steht. Abhilfe schafft man, in dem man die Einzeldateien vom Schreibtisch in den eigenen User-Ordner verbannt oder aber zumindest in einigen wenigen Ordner auf dem Desktop verstaut.

Kommt es grundsätzlich zu Performance-Problemen oder sogar zu Systemabstürzen (Kernel-Panic), sollte man mal – außer die “üblichen Verdächtigen” durchzuspielen wie Zugriffsrechte reparieren oder Safe-Boot und fsck -yf ausführen – mal schauen, wieviel Platz überhaupt noch auf der Festplatte ist, kam Tiger (10.4) noch mit mindestens 1 GB aus, sollten es für Leopard mindestens 3 GB sein. Zur Arbeit mit speicherhungrigen Programmen wie z. B. Photoshop, die zusätzlich Festplattenspeicher für ihre Arbeit benötigen, reicht das allerdings nicht mehr. Hier gilt das alte Motto “Viel hilft viel”.

Ein anderer Grund für (zeitweilig) sinkende Performance kann sein, dass im Hintergrund ein Time Machine Backup läuft. Leider hat Apple vergessen (absichtlich oder unabsichtlich) dem User eine Einstellmöglichkeit für den Zeitintervall des Backups zu spendieren. So läuft Time Machine dann entweder jede Stunde einmal und bremst damit den Rechner oder man schaltet Time Machine in den Systemeinstellungen ab oder das externe Backup-Medium irgendwann aus (der Geräuschpegel einer externen Festplatte kann auf Dauer nerven).

Um den Intervall des Backups zu ändern – und damit den Nerv-Faktor zu minimieren – kann man man die Einstellungsdatei com.apple.backupd-auto.plist, die sich im Ordner system/library/LaunchDaemons befindet, in einem Text-Editor bearbeiten: dort ändert man voreingestellten Wert “3600” (Sekunden = 1 Stunde) z. B. in “21600” (= 6 Stunden), zum Speichern muss man sich als Admin authentifizieren.

Wem das zu puristisch ist, dem sei das kleine Programm Time Machine Editor empfohlen, das, neben unterschiedlichen Möglichkeiten einen Zeitintervall einzustellen, in der jüngsten Version nun auch die Option bietet, mehrere fixe Zeitpunkte am Tag für ein Backup festzulegen. Time Machine Editor kann man hier downloaden.