Der Haken an der Sache.

Der Haken an der Sache.

Das sind erstmal gute Nachrichten: Adobe geht mit Photoshop Express, vorerst noch als Beta-Version, an den Start. Damit bietet der Hersteller die wohl am weitesten verbreitete Bildbearbeitungssoftware als kostenlose webbasierte Applikation an. Hört sich also an wie eine gute Alternative für all diejenigen, denen das Portemonnaie nicht so locker sitzt – immerhin schlägt Photoshop Elements schon mit 100 Euro für die Vollversion zu Buche.

Nachdem man sich eingeloggt hat, Flash 9 Installation voraugesetzt, kann man auch direkt loslegen. Eine ansprechende und übersichtlich gestaltete Oberfläche bietet dem User in der linken Spalte eine Reihe von Funktionen an, um sein Bild zu manipulieren: drehen, skalieren und beschneiden von Bildern, korrigieren der Helligkeit, ändern der Sättigung, entfernen von roten Augen, eine automatische Korrektur von Helligkeit und Kontrast und diverse Effekte.

Photoshop Express

Im Prinzip eine kleine Werkzeugkiste zur Schnellkorrektur von Bildern für die Präsentation im eigenen Blog oder bei Portalen wie flickr. Mehr aber auch nicht. Weitergehende Bearbeitung wie Texteingabe oder Ebenen vermisst man ebenso, wie die Möglichkeit eines direkten Uploads seiner bearbeiteten Bilder bei flickr – das mag am Betastadium liegen, vielleicht folgen mit dem nächsten Entwicklungsschritt ein erweiterter Funktionsumfang. Alles in allem aber nichts, was der geneigte Mac-User nicht mit iPhoto oder günstiger Shareware erledigen könnte.

Als besonderes Bonbon bietet Adobe den Nutzern, die sich registrieren 2 GB kostenlosen Speicherplatz für den Upload und die Speicherung der eigenen Bilder. Und genau hier liegt der Hase im Pfeffer: Wer sich die Geschäftsbedingungen – Hand auf’s Herz, wer hat die nicht schon des öfteren schnell als akzeptiert anhakt und weiterklickt, da meist in Englisch gehalten und dazu ellenlang – durchliest, stellt fest, dass er mit der Akzeptanz der “Additional Terms” auch gleich die “General Terms” anerkennt, die im ersten Passus erwähnt und verlinkt werden. In diesen allgemeinen Bedingungen gibt es unter Punkt 8 dann folgendes zu lesen:

Adobe does not claim ownership of Your Content. However, with respect to Your Content that you submit or make available for inclusion on publicly accessible areas of the Services, you grant Adobe a worldwide, royalty-free, nonexclusive, perpetual, irrevocable, and fully sublicensable license to use, distribute, derive revenue or other remuneration from, reproduce, modify, adapt, publish, translate, publicly perform and publicly display such Content (in whole or in part) and to incorporate such Content into other Materials or works in any format or medium now known or later developed.

Was zu Deutsch nichts anderes heißt “Die Bilder gehören zwar Dir, aber mit Upload auf unseren Server stimmst du einer räumlich und zeitlich uneingeschränkten und unentgeltlichen Nutzung durch Adobe zu!”

Mein Eindruck ist, dass Adobe nach Einstellung von Adobe Stockfotos sich eine Platform schaffen will, um in der Riege der Billigbilder-Anbieter mitzumischen. Verständlich, wenn man betrachtet, wie es etablierten Anbietern wie zum Beispiel getty images ergangen ist. Aber auch ganz schön frech.